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Gratisbroker Depot

Das Depot von Gratisbroker im Test

Gratisbroker Test

Mit Gratisbroker ist ein Broker auf dem deutschen Markt gestartet, der auf Kauf- und Verkaufsgebühren verzichtet. Es fallen außerdem weder Depotführungsgebühren, Handelsplatzgebühren, Gebühren für Dividendenzahlungen, Negativzinsen oder sonstige versteckte Gebühren an.

Wie bei allen neuen Discountbrokern sind jedoch Abstriche beim Service und Leistungsumfang zu machen. Als Handelsplatz wird z.B. nur gettex (Börse München) angeboten und die Anzahl der handelbaren Wertpapiere ist noch etwas begrenzt.

Wir haben uns das Angebot und die Konditionen von Gratisbroker angesehen und gehen hier auf die Vor- und Nachteile des Preisbrechers ein.

 

Gratisbroker Wertpapierdepot - Konditionen im Detail

Girokonto Empfehlung Bewertung: 2+
Konto eröffnen
   
Depotanbieter Gratisbroker Depotkonto
Depotgebühr 0€ - Keine Depotgebühr bei Gratisbroker. Das Wertpapierdepot wird kostenlos eröffnet und geführt.
Limits 0€ - Das Setzen, Ändern oder Streichen von Limits ist bei Gratisbroker kostenlos.
Orderarten Market- , Limit- oder Stop-Order
Auslandsbörsen Nein - Handel nur an Börse München (gettex). Spreads sind an Referenzmarkt Xetra gebunden.

Transaktionen

 

Gebühren für den (Ver)Kauf von Wertpapieren

Provision
0€ - Keine Kauf- oder Verkaufsgebühren für den Kunden
(+ Telefonzuschlag)

15€ - 15€ Gebühr bei Orderaufgabe per Telefon, Fax oder Brief

Handel erst ab 500€ ! Bei Gratisbroker gibt es ein Mindestvolumen von 500€ beim Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren. Gilt nicht, wenn Gesamtposition verkauft wird (z. B. Wertverlust der Position auf unter 500€).

 

Vergünstigter Handel

 

Vergünstigter Handel

Vieltrader Rabatt? Nein - Kein extra Rabatt für Vieltrader. Günstiger als 0€ geht kaum.

 

Fonds / ETF

 

Sparpläne

Kostenlose Sparpläne? Nein- Die Eröffnung von ETF-Sparplänen ist noch nicht möglich (Beim Discountbroker Trade Republic sind Sparpläne möglich )
Aktionen? 0€ - alle ca. 300 angebotenen ETFs (DWS und Amundi) lassen sich kostenlos kaufen / verkaufen (Mindestkaufwert 500€)

Sonstiges

 

Sonstiges

Prämie / Startguthaben

Nein - Gratisbroker bietet kein Startguthaben oder Prämie an

Besonderheiten
  • Keine Handelsgebühren für Neu- und Bestandskunden
  • (Leicht) beschränkte Auswahl an handelbaren Aktien und ETFs
  • Keine Beratung, nur ein Handelsplatz (gettex)
  • Mindestvolumen beim Kauf und Verkauf von 500€
Bewertung

1. Konditionen: Girokonto Empfehlung 2. Sparpläne: Depot-Bewertung 3. Sonstiges: Depot-Bewertung

  1. Günstigster uns bekannter Broker in Deutschland. Keine Kosten für Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für das Depot.
  2. Noch keine Sparpläne möglich. Alle angebotenen ETFs und Fonds können jedoch jederzeit kostenlos erworben werden.
  3. Spartanisches Angebot ist den fehlenden Gebühren geschuldet. Deutscher Anbieter und somit kein Problem mit Jahressteuerbescheinigung / Abgeltungssteuer.
Tel. Gratisbroker
+49 89 54 55 81 88 (Mo bis Fr zwischen 8 und 18 Uhr. Kontakt ansonsten per Mail / Ticketsystem auf der Website)
Zum Anbieter Konto eröffnen

Wer oder was ist Gratisbroker?

Gratisbroker ist ein neuer Discountbroker auf dem deutschen Markt. In den USA gibt es bereits seit einigen Jahren Depotanbieter, die ihre Leistungen kostenlos anbieten und zum Schreck der etablierten Banken geworden sind. Der bekannteste Anbieter ist sicherlich RobinHood,, der es in den USA in nur wenigen Jahren auf einen beachtlichen Marktanteil gebracht hat.

Gratisbroker versucht nun das in den USA erfolgreiche Konzept auf den deutschen Markt zu übertragen. Gratisbroker ist eine GmbH mit Sitz in München und wurde von ehemaligen Mitarbeitern der DAB Bank und Consorsbank gegründet. Die Konten- und Depotführung übernimmt die Baader Bank AG, die eine deutsche Vollbank ist. Kunden von Gratisbroker müssen sich somit nicht über ihre Einlagen oder die Verwahrung der Wertpapiere Sorgen machen. Weiter unten erklären wir, wie sich ein Broker ohne Gebühren finanziert, aber zuerst gehen wir auf die Konditionen des Wertpapierdepots ein.

In einem anderen Artikel vergleichen wir das Angebot von Gratisbroker mit denen anderer no-cost-broker aus Deutschland -> Depots ohne Ordergebühren

Konditionen von Gratisbroker

Im folgenden wollen wir uns die Konditionen von Gratisbroker im Detail ansehen. Im Detail ist vermutlich etwas übertrieben, da Gratisbroker ein nur sehr knappes Preis- und Leistungsverzeichnis hat. Gratsibroker bietet bisher bei weitem nicht alle Leistungen an, die andere Broker oder Banken ihren Kunden bieten. Dafür steht hinter den meisten Leistungen die angeboten werden 0€. Gratisbroker nimmt z. B. nur für die telefonische Auftragserteilung eine Gebühr, führt online aufgegebene Kauf- oder Verkaufsaufträge aber komplett kostenlos aus.

Weitere kostenlose Leistungen von Gratisbroker sind z.B.

  • Depotverwahrung und -Verwaltung (keine Depotgebühr)
  • Überweisung auf hinterlegtes Verrechnungskonoto
  • Abwicklung von Dividendenzahlungen und Kapitalmaßnahmen (Stockdividenden allerdings nicht möglich)
  • Umschreibung und Neueintragungen von Namensaktien 

Gebühren verlangt Gratisbroker allerdings für die Ausübung von Optionsscheinen, Zertifikaten und Wandelrechten und bepreist dies mit 0,20% vom Kurswert. Diese Gebühren werden allerdings nur die wenigsten Kunden betreffen. Außerdem übt man Rechte aus Optionsscheinen in der Regel nicht aus, sondern verkauft diese vor Fälligkeit.

Gratisbroker bietet somit ein bedingungslos kostenloses Wertpapierdepot und versteckt auch nicht irgendwelche Gebühren im Preisverzeichnis, wie zum Beispiel für Überweisungen auf das Referenzkonto.

Wie hoch sind die Orderkosten bei Gratisbroker?

Null Euro!

Gratisbroker verlangt tatsächlich keine Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Gebühren werden auch nicht in Kosten für den Handelsplatz oder einer Fremdkostenpauschale versteckt. Kunden zahlen tatsächlich keinen Cent, wenn sie mit einem Depot bei Gratisbroker Wertpapiere erwerben wollen.

Der Verkauf ist ebenfalls kostenlos. Die zur comdirect AG gehörende onvista Bank erlaubt es zum Beispiel durch Freebuys fast kostenlos Aktien zu kaufen, verlangt jedoch beim Verkauf der Wertpapiere Transaktionsgebühren. Gratisbroker macht seinen Namen tatsächlich alle Ehre und erhebt weder Gebühren beim Kauf bzw. Verkauf. Es fallen auch keine Fremdkosten an, so dass Kunden für 0€ kaufen bzw. verkaufen können.

Kleiner Haken des Angebots

Wie bei allen der extrem günstigen bzw. kostenlosen Discountbroker sind Kunden von Gratisbroker auf nur einen Handelsplatz beschränkt. Kunden von TradeRepublic können zum Beispiel nur über LS Exchange (Handelsplattform der Börse Hamburg und Lang & Schwarz) Wertpapiere handeln. Gratisbroker arbeitet mit gettex (Börse München) zusammen, so dass Kunden nur dort Wertpapiere kaufen und verkaufen können.

Der Nachteil ist jedoch nicht so groß, wie er auf den ersten Blick erscheint. gettex ist ein bekannter Handelsplatz, über den u.a. auch Kunden der comdirect, commerzbank, ING, HypoVereinsbank und flatex handeln können. Die Kurse sind in den Xetra Handelszeiten gut und werden durch Market Maker gestützt. Außerdem ist der Handel über gettex werktags zwischen 8 und 22 Uhr möglich, was länger als bei Xetra ist.

Bei größeren Volumina können eventuell etwas schlechtere Kurse die eingesparten Gebühren jedoch zunichte machen. Wer regelmäßig größere Volumina handelt (Order ab 5.000€ oder 10.000€), sollte Gratisbroker besser nur als Zweitdepot für kleinere Positionen nutzen. 

Mindestvolumen von 500€ beim Kauf oder Verkauf

Ein weiterer kleiner Nachteil beim Handel über Gratisbroker ist das Mindestvolumen von 500€ je Kauf oder Verkauf. Wer nur sehr kleine Positionen von 200€ oder 300€ handeln möchte, kann dies mit Gratisbroker nicht tun und sollte sich Trade Republic ansehen, bei denen es diese Einschränkung nicht gibt.

Hat man jedoch Wertpapiere mit Gratisbroker erworben, die dann im Wert auf unter 500€ gefallen sind, kann man diese trotz der Regel mit dem Mindestvolumen verkaufen. Allerdings muss dann die gesamte Position und nicht nur ein Anteil verkauft werden. Durch diese Regel ist man bei volatilen Wertpapieren, wie z.B. Optionsscheinen, auf der sicheren Seite, dass man diese verkaufen kann, selbst wenn sie weniger als 500€ wert sind.

Kostenlose ETF-Sparpläne bei Gratisbroker

Zum Start des Angebots bietet Gratisbroker noch keine kostenlosen ETF-Sparpläne an. Beim zum Vergleich häufig erwähnten Depot von Traderepublic wurden anfangs ebenfalls keine Sparpläne angeboten, was jedoch inzwischen nachgeholt wurde. Wir vermuten, dass auch Gratisbroker kostenlose ETF-Sparplänen anbieten wird, da Banken und Broker an den Bestandsprovisionen der Fonds und ETFs verdienen.

Aufgrund der kostenlosen Kauf- und Verkaufsgebühren eignet sich Gratisbroker jedoch ebenfalls für ETF-Anleger. Allerdings müssen Käufe mindestens den Wert von 500€ aufweisen, was das monatliche sparen in ETFs sicherlich etwas einschränkt. Des Weiteren bietet Gratisbroker bisher erst ca. 300 ETFs an (von Amundi und DWS), was sicherlich nicht jeden Anleger reicht.

Für (kostenlose) Fonds- oder ETF-Sparpläne gibt es somit aktuell viele bessere Angebote. Hervorheben in diesem Bereich sollte man die Consorsbank, die wir sowohl bei ETF- als auch bei Aktiensparplänen besonders empfehlen können.

Wie finanziert sich Gratisbroker?

In 2019 sind einige Broker in Deutschland gestartet die den Wertpapierhandel zu extrem günstigen Konditionen bzw. sogar kostenlos anbieten. In Deutschland ist die Etablierung der kostenlosen Broker jedoch erst am Anfang.

Viele Interessenten vermuten, dass es sich bei einem Depotanbieter, der seine Leistungen kostenlos anbietet, um ein unseriöses Angebot handelt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Mit Trade Republic hat bereits ein anderer Deutscher Broker gezeigt, dass man sämtliche Käufe und Verkäufe für nur 1€ anbieten kann. Vor Jahren wurden Direktbanken belächelt, die zumindest einige ETF-Sparpläne ohne Orderkosten angeboten haben, was bei den Top-Anbietern inzwischen Standard ist.

Kostenlose Leistungen im Wertpapierbereich sind nur aufgrund von technischer Innovationen und der Beschränkung auf das Wesentliche möglich. Die Geschäftsidee von Gratsibroker ist nicht neu. In den USA ist 2013 der no-fee-broker "Robinhood" gestartet und hat vorgemacht, dass Banken ohne bzw. mit extrem günstigen Gebühren arbeiten können. Neben den Kauf- und Depotgebühren haben Broker weitere Einnahmequellen, wie z.B.

  • Bestandsprovisionen: Von der jährlichen Managementgebühr eines Fonds oder ETFs zahlt der Anbieter einen Teil an den Broker, in dem die ETFs verwahrt werden
  • Rückvergütung von Handelspartnern

Einnahmen aus diesen beiden Quellen erzielen ebenfalls die anderen Banken und Broker. Die fehlenden Ordergebühren lassen sich nur durch eine sehr schlanke Kostenstruktur bewerkstelligen, die noch deutlich schlanker sein muss als bei den etablierten Direktbanken und online Brokern. 

Gratisbroker erklärt seine Einnahmen im Preisverzeichnis sogar etwas genauer und legt offen, dass es für jeden über gettex ausgeführten Auftrag eine Provision erhält. Die Börsenplätze benötigen einen hohen Umsatz und viele Marktteilnehmer, um auch für Banken und größere Investoren attraktiv zu sein. Aus diesem Grund zahlen sie den Brokern eine Gebühr für jedes Geschäft, dass an sie vermittelt wird.

Vor- und Nachteile von Gratisbroker

Gratisbroker bietet den Vorteil unschlagbar günstiger Tradegebühren. Weder für das Depot, noch für die Verbuchung von Dividendenzahlungen werden Gebühren erhoben. Abheben von der Konkurrenz kann sich Gratisbroker durch die fehlenden Kauf- oder Verkaufsgebühren. Kunden zahlen tatsächlich 0€ Gebühren (und keine versteckte Kosten), wenn sie über Gratisbroker Aktien oder andere Wertpapiere kaufen.

Diese extremen Konditionen werden allerdings nur durch einige Nachteile ermöglicht, die das gratis Depot sicherlich nicht für jeden Anleger empfehlenswert macht.

Nachteile von Gratisbroker

Wir haben in unserem Bericht bereits an einigen Stellen angedeutet, dass man als Kunden von Gratisbroker mit einigen Einschränkungen leben muss. Die fehlenden Gebühren für den Kunden sind nur durch einen abgespeckten Service und einer geringeren Produktpalette möglich. Im Folgenden listen wir die gewichtigsten Nachteile vom Gratisbroker auf. 

  • Handel nur über den Handelsplatz gettex (Münchener Börse)
  • Mindestvolumen von 500€ (bzw. weniger beim Verkauf der gesamten Position)
  • Keine Beratung
  • Kein Depotübertrag zum Gratisbroker möglich (Übertrag von Gratisbroker zu anderen Banken / Brokern jedoch möglich)
  • Bisher erst ca. 4.000 Aktien aus 52 Ländern handelbar (Reicht in der Regel jedoch. Fehlen tun hauptsächlich "exotische" Werte)
  • Bisher erst 300 ETFs und 2.100 Fonds handelbar und keine Sparpläne
  • Kauf von Optionscheinen und Zertifikaten ist erst Anfang 2020 möglich

 

Fazit Gratisbroker Depot:

Gratisbroker ist der günstigste Broker in Deutschland und verzichtet komplett auf Trade-Gebühren. Allerdings bietet der Broker aktuell noch eine etwas abgespeckte Produktpalette und zum Beispiel keine ETF-Sparpläne an. Ein weiterer Nachteil ist das Mindestvolumen von 500€ und die Beschränkung auf den Handelsplatz gettex.

Gratisbroker ist somit nicht für jeden Anleger geeignet. Aufgrund der fehlenden Gebühren ist das Angebot jedoch besonders Personen zu empfehlen, die hauptsächlich kleinere Volumen von 500€ bis vielleicht 5.000€ handeln und keine Beratung benötigen. Gratisbroker bietet zwar nicht jede Leistung einer größeren Direktbank an, aber für die meisten Anleger werden die wichtigsten Leistungen angeboten.

Wer Gebühren beim Wertpapierhandel vermeiden möchte, kann das Depot von Gratisbroker sicherlich auch als Zweitdepot eröffnen. Aufgrund der fehlenden Fixkosten lohnt sich die Eröffnung selbst, wenn man nur ab und zu Aktien kauft. Die Eröffnung ist in wenigen Minuten möglich, so dass man das Wertpapierdepot zumindest risikolos testen kann.

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