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justTrade Depot

Das Depot von justTrade im Test

justTrade ist neben Trade Republic und Gratisbroker der dritte deutsche no-cost-broker. Kunden zahlen weder eine Depotgebühr, noch Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Wie bei allen Discountbrokern muss man Abstriche beim Service und dem Leistungsumfang in Kauf nehmen. Die fehlenden Orderkosten sind jedoch ein starkes Argument, um sich mit dem Angebot von justTrade zu befassen. Wir haben uns das justTrade Wertpapierdepot genau angesehen und zeigen die Vor- und Nachteile auf.

Außerdem vergleichen wir das das Depot von justTrade mit denen von TradeRepublic und Gratisbroker und erklären, ob sich die Depoteröffnung bei justTrade lohnt.

 

justTrade Wertpapierdepot - Konditionen im Detail

Girokonto Empfehlung Bewertung: 2-
Konto eröffnen
   
Depotanbieter JustTrade Depot
Depotgebühr 0€ - Keine Depotgebühr bei justTrade. Das Wertpapierdepot wird kostenlos eröffnet und geführt.
Limits 0€ - Bisher keine Limitsetzung möglich, siehe Orderarten
Orderarten bisher nur Quote Request (Kurs wird genannt und muss innerhalb weniger Sekunden bestätigt werden). Limit- bzw. Stop-Order geplant
Auslandsbörsen Nein - Handel nur an LS Exchange (Börse Hamburg) und Quotrix (Börse Düsseldorf) möglich

Transaktionen

 

Gebühren für den (Ver)Kauf von Wertpapieren

Provision
0€ - Keine Kauf- oder Verkaufsgebühren
Ordervolumen

Bei justTrade gibt es ein Mindestvolumen von 500 € je Kauf bzw. Verkauf. Das Mindestvolumen gilt nicht beim Verkauf der gesamten Position.

Maximal darf eine Order den Wert von 50.000 € nicht übersteigen.

Verzinsung -0,5% - Einlagen auf dem Verrechnungskonto werden mit -0,5% verzinst

 

Vergünstigter Handel

 

Vergünstigter Handel

Vieltrader Rabatt? Nein - Kein extra Rabatt für Vieltrader. Günstiger als 0€ geht kaum.

 

Fonds / ETF

 

Sparpläne

Kostenlose Sparpläne? Nein- Einrichtung von ETF-Sparplänen noch nicht möglich (Bei Trade Republic sind Sparpläne bereits einrichtbar)
Aktionen? 0€ - alle ca. 500 angebotenen ETFs (Amundi, DWS, iShares, Lyxor, Comstage, VanEck, Vanguard und UBS) kann man gebührenfrei erwerben / verkaufen (Mindestkaufwert 500€)

Sonstiges

 

Sonstiges

Prämie / Startguthaben

Nein - Keine Prämie zur Depoteröffnung von justTrade

Besonderheiten
  • Keine Orderkosten für Neu- und Bestandskunden
  • Negative Verzinsung ("Strafzinsen") für Einlagen auf dem Verrechnungskonto
  • Bisher keine Sparpläne 
  • Keine Beratung und begrenzte Produktpalette
  • Mindestvolumen beim Kauf und Verkauf von 500€
Bewertung

1. Konditionen: Girokonto Empfehlung 2. Sparpläne: Depot-Bewertung 3. Sonstiges: Depot-Bewertung

  1. Keine Depot- oder Ordergebühren. Negative Verzinsung auf dem Depotkonto.
  2. Noch keine Sparpläne. Einrichtung soll noch in 2020 möglich sein. Ca. 500 ETFs kostenlos kaufbar
  3. Deutscher Anbieter und somit kein Problem mit Jahressteuerbescheinigung / Abgeltungssteuer. JustTrade bietet noch nicht alle Leistungen an, die geplant sind.
Tel. justTrade
Keine telefonische Erreichbarkeit. Support nur per Mail / Chat
Zum Anbieter Konto eröffnen

Wer oder was ist justTrade?

justTrade ist ein noch recht junges Unternehmen aus Frankfurt am Main, welches einen provisionsfreien Wertpapierhandel in Deutschland anbietet. Genau wie gratisbroker und Trade Republic zahlen Kunden von justTrade keine Depotgebühr oder Orderkosten. Wie bei allen low-cost-Brokern ist auch justTrade auf Eeffizienz getrimmt, um die Kosten gering zu halten und den gebührenfreien Handel zu ermöglichen. So bietet justTrade z.B. keine Beratung oder telefonischen Support an und der Handel ist nur an zwei Handelsplätzen in Deutschland möglich (LS-Exchange und Quotrix).

justTrade ist selber keine Bank, sondern ist Kooperationen eingegangen, um Kunden den Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu ermöglichen. Die deutsche Sutor Bank führt die Verrechnungskonten und Wertpapierdepots. Durch die Zusammenarbeit mit der Sutor Bank sind Kundengelder bis 100.000€ über die deutsche Einlagensicherung geschützt. Wertpapiere unterliegen nicht der Einlagensicherung, da sie von der Bank nur für die jeweiligen Kunden verwahrt werden. Sie sind somit generell vor einer eventuellen Insolvenz geschütz.

Auf das justTrade Depot kann per App auf dem Smartphone oder über das normale Online-Banking am PC (mittels Browser, z.B. firefox oder chrome) zugreifen. Die beiden anderen deutschen no-cost-broker haben sich dagegen nur auf einen Zugangsweg beschrenkt.

Konditionen von justTrade

Wie weiter oben bereits angesprochen wird das justTrade Wertpapierdepot kostenlos geführt. Eine Depotgebühr fällt für den Kunden nicht an, egal ob er das Depot nutzt oder nicht. "Versteckte Kosten" gibt es ebenfalls nicht. Man muss nicht fürchten, dass justTrade versucht Kunden auf anderem Wege mit Gebühren zu belasten. 

Einen Nachteil bei den Konditionen hat justTrade allerdings, den weder Trade Republic, noch Gratisbroker haben:

  • negative Verzinsung von -0,5% auf dem Verrechnungskonto

Lässt man Geld auf dem zum Depot gehörenden Verrechnungskonto liegen, werden diese mit "Strafzinsen" belegt. Einige andere Broker (z.B. flatex) verlangen von ihren Kunden ebenfalls Strafzinsen. Lässt man im Schnitt 2.000€ auf seinem Verrechnungskonto liegen, würde man 10€ im Jahr an Zinsen bezahlen müssen. Diese Zinskosten lassen sich sogar Größtenteils vermeiden, wenn man erst vor einem geplanten Wertpapierkauf Geld auf sein Depotkonto überweist und Einnahmen aus Verkäufen entweder sofort neu investiert oder sich auf sein Girokonto überweist.

Dennoch ist die negative Verzinsung ein Nachteil, den man z.B. bei Trade Republic nicht hat.

Wie hoch sind die Ordergebühren bei justTrade?

Kunden von justTrade zahlen keine Gebühren für den Kauf oder Verkauf von allen handelbaren Wertpapieren. Es fällt auch keine Fremdkostenpauschale, wie z.B. bei Trade Republic an, die einer Ordergebühr ähnelt. Kunden zahlen somit keinen Euro für den Kauf von Wertpapieren mit einem Depot von justTrade.

Allerdings muss der Wert der Order mindestens 500€ betragen. Kleinere Positionen lassen sich nicht handeln. Möchte man jedoch seinen gesamten Bestand eines Wertpapiers und ist dieser im Wert unter 500€ gesunken, ist der Verkauf möglich.

Nachteile / Schwächen von justTrade

Die kostenlosen Trades sind nur durch eine sehr schlanke Kostenstruktur von justTrade ermöglicht. justTrade konzentriert sich auf den Wertpapierhandel und lässt "Randaktivitäten" außen vor. Aus diesem Grund bietet justTrade viele Leistungen nicht an, die bei (Direkt)Banken üblich sind:

  • Keine Beratung oder telefonsicher Support
  • Handel nur über LS-Exchange und Quotrix (und z.B. nicht Xetra) möglich
  • Handel nicht an Auslandsbörsen möglich
  • Kein Wertpapierkredit möglich
  • nur begrenzte Anzahl an Wertpapieren (Aktien, ETF und Derivate) möglich
  • Keine extra Handelssoftware
  • negative Zinsen auf Einlagen auf dem Verrechnungskonto

Die genannten Nachteile gelten alle, bis auf die negative Verzinsung, ebenfalls für Trade Republic oder Gratisbroker. Wer ein Depot bei diesen kostenlos Brokern eröffnet muss sich bewusst sein, dass er auf einige sonst übliche Leistungen verzichten muss. Beim Depot von justTrade kommen noch weitere Nachteile hinzu, die in den nächsten Monaten ausgeräumt werden sollen:

  • Freistellungsauftrag nicht hinterlegbar
  • Keine ETF-Sparpläne einrichtbar
  • Bisher keine Orderarten (z.B. Limit, Stop-Kurs), sondern nur Quote Request (Direktkauf)

Die speziell für justTrade geltenden Nachteile sollen laut Anbieter noch behoben werden. Die fehlenden Orderarten, um z.B. eine Order mit einem Limit zu versehen, scheinen eher ein technisches Problem zu sein. 

Kostenlose ETF-Sparpläne bei justTrade

Bei den Nachteilen haben wir bereits erwähnt, dass die Einrichtung von Sparplänen bei justTrade noch nicht möglich ist. Dies ist sehr schade, da justTrade gleich mit mehreren Emittenten von ETFs zusammenarbeit. Mit einem Depot von justTrade kann ETFs von Amundi, DWS, iShares, Lyxor, Comstage, VanEck, Vanguard und UBS handeln. Kunden von Trade Republic können dagegen bisher nur ETFs von ishares kaufen und verkaufen (oder als Sparplan besparen).

Auf der website von justTrade wird kommuniziert, dass die Erstellung von Sparplänen bald möglich sein soll. Dies macht auch Sinn, da die Depotanbieter an verwahrten ETFs  (eine Bestandsprovison wird vom Emittenten an den Depotanbieter gezahlt) profitieren. Bisher hat man allerdings nur die Möglichkeit die angebotenen ETFs als Einmalanlage zu erwerben. Dies ist selbstverständlich auch monatlich möglich, wobei das Mindestordervolumen sicherlich eine Hürde für viele normale Sparer bedeutet.

Für (kostenlose) Fonds- oder ETF-Sparpläne gibt es somit aktuell noch viele bessere Angebote. Hervorheben in diesem Bereich sollte man die Consorsbank, die wir sowohl bei ETF- als auch bei Aktiensparplänen besonders empfehlen können.

Wie finanziert sich justTrade?

Bei unserem Artikel über den Gratisbroker sind etwas umfangreicher auf die Einnahmenquellen eines Brokers ohne Ordergebühren eingegangen. Hier soll dieses Thema nur ganz knapp behandelt werden. justTrade finanziert sich hauptsächlich aus Bestandsprovisionen und aus Rückvergütungen von Handelspartnern. Vermutlich wird justTrade zusätzliche Einnahmen durch die negative Verzinsung erzielen, da eine Bank nur auf einen Teil der Kundeneinlagen tatsächlich Zinsen an die EZB zahlen muss.

Bei den Bestandsprovisionen bzw. Kickbacks handelt es sich um eine Vergütung der Emittenten von ETFs und Fonds. Bei allen ETFs und Fonds fällt eine Verwaltungsgebühr an, die laufend aus dem Fondsvermögen entnommen wird. Der Emittent dieser ETFs (z.B. Ishares) gibt einen Teil der Gebühr an den Depotanbieter bzw. die Bank weiter. 

Bei den Rückvergütungen von Handelspartnern handelt es sich zum Beispiel um Gebühren des Handelsplatzes (z.B. Quotrix) dafür, dass justTrade das Geschäfts, also die Order des Kunden, über sie abwickelt. 

Diese beiden Einnahmequellen nutzen andere Broker und Banken ebenfalls, obwohl sie Ordergebühren von ihren Kuden verlangen. Bei den neuen gratis Brokern scheint die Kostenstruktur so gering zu sein, dass die genannten Einnahmen ausreichen, um auf Ordergebühren zu verzichten. 

Vergleich mit Gratisbroker und Trade Republic

 

Im Vergleich mit Trade Republic oder Gratisbroker macht justTrade das schlechtere Angebot. Dies liegt zum einen an den Negativzinsen auf dem Verrechnungskonto und zum anderen an Nachteilen, die zumindest bald behoben werden sollen. Wie weiter oben erklärt kann man bei justTrade noch keinen Freistellungsauftrag nutzen, Sparpläne einrichten oder Limit-Order aufgeben.

Bis die Schwächen behoben sind, sollte man sich jedoch ganz klar für Trade Republic oder Gratisbroker entscheiden, wenn man ein Depot bei einem low-cost-broker eröffnen möchte.

 

 

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