Kleingeld muss nicht ewig im Sparschwein liegen
Besonders Kunden von Direktbanken fragen sich oft „Wohin mit dem angesammelten Kleingeld?“. Einige Direktbanken bieten inzwischen die Möglichkeit an Bargeld kostenlos einzuzahlen, Münzgeld akzeptieren aber die wenigsten Anbieter in großen Mengen.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie man sein Kleingeld kostenlos in Scheine wechseln bzw. gleich auf sein Girokonto einzahlen lassen kann.
(Neu: Wer zwischen dem 28.11.16 und 11.12.16 online ein Konto bei der Commerzbank beantragt, zahlt keine Kontogebühr (und kann in den Filialen kostenlos Münzgeld einzahlen)
Eigene Hausbank
+ Geld kann bei der eigenen Bank direkt aufs Konto eingezahlt werden.
+ Verfügt die Bank über Einzahlungsautomaten geht das Sortieren und Zählen der Münzen sehr schnell
– Manche Banken verlangen „gerolltes“ Geld oder die Vorzählung durch den Kunden, was sehr lange dauern kann.
– Je nach Bank können Gebühren für die Einzahlung von Münzgeld anfallen.
Geschäft bzw. Fremdbank
Geschäfte sind beim Einkauf verpflichtet maximal 50 Münzen anzunehmen. Möchte man mit größeren Mengen Kleingeld bezahlen, so muss dies nicht vom Geschäft akzeptiert werden.
Wer kein Kunde ist und im Geschäft bzw. in der Bank sein Geld wechseln möchte, muss auf die Kulanz der Mitarbeiter hoffen. Für eine große Anzahl an Münzen ist dieser Weg ungeeignet.
(Auf das kostenlose online Konto von number26 kann man an den Kassen von Penny oder Real Geld einzahlen. Allerdings ebenfalls nur maximal 50 Münzen.)
– Geschäfte müssen von Kunden nur maximal 50 Münzen annehmen. Um den Geschäftsbetrieb nicht zu sehr zu belasten können Geschäfte eine höhere Anzahl an Münzen ablehnen.
– Das Kleingeld wird nicht gewechselt oder eingezahlt, sondern ausgegeben. Außerdem sind viele Kassierer selbst bei „nur“ 50 Münzen nicht besonders glücklich
Bundesbank
+ Kostenlose Möglichkeit auch größte Mengen an Münzgeld umzutauschen
+ Kleingeld muss nicht vorsortiert, gezählt oder in Münzpapier eingewickelt werden
– In den meisten Fällen muss man zweimal zur Bundesbank gehen, um seine Münzen eintauschen zu können (erst Abgabe, dann Abholung)
– Kleingeld wird in Scheine getauscht, aber nicht dem eigenen Konto gutgeschrieben
– Möglichkeiten bisher nicht flächendeckend
– Kleingeld muss für Einkauf genutzt werden. Kein Wechsel bzw. keine Kontogutschrift
Empfehlung
Mit einem kostenfreien comdirect Girokonto können Kunden Kleingeld bei der Commerzbank einzahlen. Einzahlungen sind am Schalter, aber auch an den Einzahlungsautomaten 3 mal im Jahr kostenlos (ansonsten 1,90€). An den Einzahlungsautomaten können je Einzahlungsvorgang bis zu 1.000 Münzen in kurzer Zeit gezählt werden. Direkt nach der Einzahlung wird das gezählte Münzgeld dem Girokonto gutgeschrieben.
(Nur Scheine, aber dafür dauerhaft kostenlos, kann man auf das kostenlose Norisbank Konto einzahlen)
+ Kleingeld muss nicht vorsortiert, gezählt oder in Münzpapier eingewickelt werden
+ Sehr schnelle und vor allem kostenlose Möglichkeit sein Sparschwein auf ein Konto einzuzahlen
Kleine Mengen an Münzen werden vom Einzelhandel gerne entgegengenommen. Die meisten Kassierer freuen sich sogar, wenn ein Betrag passend bezahlt wird, da es durch die vielen Schwellenpreise (z.B. 1,99€) meist zu ungeraden Beträgen kommt und einer Kasse ansonsten schnell die Münzen ausgehen würden. Unbeliebt sind jedoch Zahlungen mit sehr vielen Münzen. Für bis zu 50 Münzen herscht eine Annahmepflicht. Wer diese Grenze ausreizt oder sogar überschreitet, sorgt in einem gut besuchten Supermarkt für einen Stau an der Kasse. Wenn dabei noch jede Münze einzeln aus dem Geldbeutel gefischt wird, kann man den Groll der Wartenden sicherlich gut nachvollziehen.
Alternative Möglichkeiten Kleingeld einzutauschen
In Kiel testen die ersten Supermärkte den Umtausch von Kleingeld an bereitgestellten Zählautomaten. Die Automaten verarbeiten kostenlos auch größere Mengen Hartgeld und geben einen Einkaufsgutschein (ähnlich einem Pfandbon) heraus. Kunden können an diesen Zählautomaten auch größere Ansammlungen von Münzen eintauschen. Für den Supermarkt ergeben sich aber ebenfalls einige Vorteile:
Neben den Plaza und Famila Supermärkten (nur im Norden) sollen auch Metro Märkte Münzzählautomaten aufgestellt haben. Die Hotline wollte uns dazu leider keine Auskunft geben.
SB-Kassen nehmen oft mehr als 50 Münzen an
In einigen Supermärkten, aber auch Baumärkten und Möbelgeschäften werden inzwischen neue SB Kassen (Selbstbedienungskassen) getestet, bei denen man seinen Einkauf ohne die Hilfe eines Kassierers bezahlen kann. Neben der Kartenzahlung wird auch die Barzahlung angeboten. Manche neuartigen Kassensysteme nehmen selbst größere Mengen an Münzgeld an, welches man unsortiert in die entsprechende Münzmulde kippen muss. Aufgrund der Vollautomatisierung werden die Münzen in wenigen Sekunden gezählt, wodurch kein Mitarbeiter mehr für den Zählvorgang gebunden ist.
Tipp um mit mehr als 50 Münzen bezahlen zu können
Inzwischen gibt es die SB-Kassen in vielen größeren Supermärkten und Baumärkten. Viele dieser Kassensysteme akzeptieren mehr als 50 Münzen eines Kunden. Zumindest bei unseren Tests haben wir nirgendwo den Hinweis finden können, dass die Automaten nur eine begrenzte Anzahl an Münzen annehmen. Daher kann man zumindest versuchen einen großen Teil seines Münzugeldes los zu werden. Man kippt einfach so lange Münzen in die Bezahlmulde, bis der Einkauf bezahlt ist oder die Kasse tatsächlich die Annahme weiterer Münzen verweigert. Den Restbetrag kann man dann immer noch mit Scheinen bezahen und erhält nur ein paar Münzen als Wechselgeld zurück.
Bei einer Anzahl an Münzen die deutlich größer als 50 ist, sollte man dennoch nicht unebdingt zu „Stoßzeiten“ eine SB-Kasse blockieren. Bei größeren Mengen an Hartgeld empfiehlt es sich dieses auf mehrere Einkäufe aufzuteilen.
Die neuen Konzepte werden leider noch nicht flächendeckend und von allen Supermärkten angeboten. Wir vermuten allerdings, dass sich die neuen Serviceangebote schnell ausbreiten werden, da die größeren Supermarktketten erfolgreiche Konzepte der Konkurrenz normalerweise recht zügig übernehmen. Bereits nach kurzer Zeit boten die meisten Supermarktketten die Möglichkeit an Bargeld an der Kasse abzuheben. Vorreiter waren unseres Wissens nach die Rewe Märkte.
Aufgrund der stetigen Zunahme der bei Direktbanken geführten Girokonten und der damit für Kunden entstehenden Problematik Münzen einzutauschen bzw. einzuzahlen, wäre die Ausbreitung deratiger Möglichkeiten Kleingeld einzutauschen wünschenswert.
Inzwischen erheben immer mehr Banken und Sparkassen Gebühren für die Einzahlung größerer Mengen an Münzen. Die Banken und Sparkassen rechtfertigen diesen Schritt mit der Dauer des Einzahlungsvorgangs. Oft muss ein Mitarbeiter den genauen Betrag nachprüfen und ist dann für einen längeren Zeitraum gebunden. Noch schlimmer ist es den Kunden nur in Münzrollen vorsortiertes Kleingeld abzunehmen. Wer schon einmal den Inhalt eines größeren Sparschweins „gerollt“ hat, der wird die stundenlange Arbeit sicherlich nicht in bester Erinnerung behalten haben.
Außerdem verdienen die Banken aufgrund des aktuellen Zinsniveaus nicht mehr bzw. kaum noch an den Kundeneinlagen. Die Annahme von Kleingeld ist somit nur noch eine reine Serviceleistung der Banken für ihre Kunden, an der sie deutlich darufzahlen.
Münzzählautomaten erleichtern die Arbeit
Modernere Geschäftstellen bieten inzwischen Münzzählautomaten an, bei denen das Kleingeld automatisch gezählt und dem eigenen Konto gutgeschrieben wird. Viele Banken wälzen jedoch die Anschaffungskosten der Zählautomaten auf den Kunden ab und verlangen eine Pauschalgebühr oder ein prozentuales Entgelt für die Einzahlung der Münzen.
Kunden, bei denen die Konditionen der Hausbank zu schlecht sind (z.B. hohe Kontoführungsgebühren, Einzahlungsgebühren, hohe Dispositionskreditzinsen) können durch einen Bankenwechsel Geld sparen. Alternativ kann man auch ein kostenloses (Zweit)Konto eröffnen, über das man gebührenfrei Bargeld (Scheine und Münzen) einzahlen kann.
Kostenloses Zweitkonto (nicht nur) zum gebührenfreien Einzahlen von Münzen
Die Direktbank comdirect bietet ein wirkliches gutes Girokonto an, welches ohne Kontoführungsgebühren angeboten wird. Ein Gehalts- oder Geldeingang ist nicht notwendig, wodurch das Konto problemlos als Zweitkonto genutzt werden kann. Kunden der comdirect dürfen kostenlos an den Einzahlungsautomaten der Commerzbank oder auch am Bankschalter Bargeld einzahlen. Für die Einzahlung von Münzen sind die Einzahlautomaten besonders gut geeignet, da diese in kurzer Zeit bis zu 1.000 Münzen aufnehmen und zählen können.
Kunden der Commerzbank, aber auch der kostenlosen comdirect, zahlen keine Gebühren für die Einzahlung von Münzen. Wer also eine Möglichkeit sucht kostenlos und bequem Bargeld einzuzahlen, der sollte sich das Girokonto der comdirect anschauen. Einen ausführlichen Test des Kontos bieten wir hier. Bei der comdirect wurde die Anzahl der kostenlosen Einzahlungen inzwischen auf maximal 3 im Jahr begrenzt. Jede weitere Einzahlung würde 1,90€ kosten, weshalb man sein Kleingeld am besten sammelt und nur alle vier Monate einzahlt.
Die Einzahlung von Bargeld wird inzwischen von weiteren Direktbanken kostenlos ermöglicht, allerdings kann man bei den wenigsten Direktbanken auch Münzgeld einzahlen. Die meisten Einzahlungsautomaten (z.B. von der DKB) nehmen nur Scheine an.
Wer sein Kleingeld anderweitig in Scheine wechseln kann (z.B. bei der Landesbank), der sollte sich auch das kostenlose Norisbank Konto ansehen. Bei der Tochter der Deutschen Bank gibt es keine Begrenzung der kostenlosen Einzahlungen, allerdings nehmen die Einzahlungsautomaten kein Hartgeld, sondern nur Scheine.
Wie kann man Kleingeld kostenlos wechseln bzw. einzahlen
Wie man sein Münzgeld kostenlos wechseln bzw. einzahlen kann
Warum ist Kleingeld bei den Banken und Geschäften unbeliebt?
Kommentare
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Warum nehmen (einige) Banken selbst von Kunden für die Einzahlung von Münzen Gebühren?
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- (Münzen am Postautomat gegen Briefmarken tauschen)
- Erste Supermärkte bieten Zählautomaten an, die Kleingeld zählen und den Gegenwert als Einkaufsgutschein herausgeben (persönlich bisher erst aus Kiel bekannt (Plaza, Famila). Metro soll diese Automaten ebenfalls haben.
- (Einige) automatische Supermarktkassen nehmen auch über 50 Münzen an. Münzen können in die „Bezahlmulde“ gekippt und schnell verarbeitet werden (uns bisher von einigen EDEKA -, Real – und Baumärkten bekannt)
- Kleingeld vermeiden: Auch bei Kleinbeträgen mit Karte zahlen und z.B. girogo der gircocard nutzen.
- Viele Kunden besuchen extra aufgrund der Zählautomaten die entsprechenden Supermärkte (Plaza, famila) und geben das eingetauschte Kleingeld direkt vor Ort wieder aus
- Selbst viele Kunden mit mittelgroßen Mengen an Kleingeld (25 bis 50 Münzen) tauschen dieses bereits vor dem Einkauf ein und blockieren nicht mehr die Kassen
- Kundenbindung und positives Image durch die kostenlose Zusatzleistung
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| Adresse | Details | Vorteile + | Nachteile – | |||
| Kosten unterschiedlich je nach Bank. Banken und Sparkassen nehmen normalerweise Münzen von Kunden in überschaubaren Mengen kostenlos an. Bei größeren Mengen können Gebühren erhoben werden. Außerdem verlangen einige Banken das Rollen des Hartgeldes in Münzpapier, was bei größeren Mengen Kleingeld sehr lange dauern kann. | ||||||
| + Die Münzen können Schrittweise beim Einkaufen aufgebraucht werden. | ||||||
| Die Bundesbank unterhält in Deutschland insgesamt 41 Filialen, die in den größeren Städten zu finden sind (Filialsuche). Kleingeld kann kostenlos in größere Stückelungen oder Scheine eingetauscht werden. Vor Ort wird der Betrag im ersten Schritt nur geschätzt. Die Abgabe des Münzgeldes wird quittiert. Der gezählte Betrag kann (je nach Andrang) erst einige Tage später gegen die Quittung abgeholt werden. | ||||||
| Direktbank | Ohne eigene Filialen können Kunden einer Direktbank kein Bargeld bzw. Kleingeld einzahlen? Falsch, denn zumindest einige Direktbanken sind Kooperationen mit anderen Banken eingegangen, damit Kunden ihr Geld kostenlos einzahlen können. Nicht bei allen Direktbanken besteht jedoch die Möglichkeit Hartgeld (Münzen) einzuzahlen. | + Kostenlose Kontoführung und zumindest teilweise die Möglichkeit bei Kooperationspartnern Bargeld einzuzahlen (siehe hier) | – Nur wenige Direktbanken bieten Kunden Möglichkeiten kostenlos Bargeld einzuzahlen an und noch wenigere Banken nehmen größere Mengen Kleingeld an | |||
| Sonstiges | + Kostenlose Möglichkeit sein Kleingeld loszuwerden | |||||
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